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Häufige Fragen

Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf Fragen, die uns bei unseren Veranstaltungen gestellt werden. 

Was ist ein Trauma?

Wie kann ich eine traumatische Belastung bei einem Kamerad / Freund / Angehörigen feststellen?

Sind Gedanken an ein Unglück im nachhinein sinnvoll?

Soll ich einen Kameraden / einen Freund / ein Familienmitglied ansprechen, bei dem ich glaube, Anzeichen für eine Traumatisierung festgestellt zu haben?

Sind alle 8 %, die bei der Feuerwehr eine PTBS haben, in Behandlung?

Ist ein zweites Ereignis hilfreich?

Kann eine PTBS zu Arbeitsunfähigkeit führen?

Ist eine Behandlung nötig?

Wo kann man sich behandeln lassen?

Ist Verdrängen sinnvoll? 

Wenn ich keine Zeit habe, das Erlebte aufzuarbeiten, weil z.B. schon der nächste Einsatz (bei der Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst etc.) kommt, soll ich es dann zwischenzeitlich verdrängen?

Was soll ich tun, wenn ich beim Einsatz Angst habe?

Die große Anzahl an Einsätzen ist ein Problem. Was kann ich tun?

Was ist ein Trauma?
Ein Trauma ist eine extreme Lebenserfahrung, welche die betroffene Person so sehr überfordert, dass ihre gewohnten Bewältigungsstrategien nicht mehr funktionieren. Oftmals wird dadurch auch das bisherige Weltbild komplett in Frage gestellt. Als Folge dieser Überforderung entstehen psychische oder körperliche Störungen oder Krankheiten.
Den Begriff Trauma verwendet man erst dann, wenn die Person auf die Situation mit deutlichen Stressbeschwerden reagiert und/oder sich eine psychische Störung oder körperliche Krankheit entwickelt hat. Also erst anhand der Reaktionen kann man sagen, ob eine gemachte Lebenserfahrung "traumatisch" und damit ein Trauma für die Person war.
Beispiele für Lebensereignisse, die häufig traumatisch wirken sind Kriegserfahrungen, Vergewaltigung, Verkehrsunfälle, Folter, sexueller Missbrauch, Geiselnahmen, Gewalt in der Familie, Überfälle, aber auch Naturkatastrophen wie Wirbelstürme oder Buschfeuer, die Menschenleben kosten und Verwüstung mit sich bringen. Diese Liste ist nicht vollständig!
Ob es sich um ein Trauma handelt oder nicht, kann im Einzelfall nur ein Fachmann oder eine Fachfrau entscheiden.
Beispiele für wissenschaftlichen Definitionen zum Begriff Trauma: "Trauma ist ein Ereignis, das die Psyche angreift und ihre Integrität bedroht. Es kann so nachhaltig wirken, dass es die Biographie des Betroffenen massiv beeinflusst. Wenn nicht schnell und effektiv interveniert wird, kann es einen Persönlichkeitsveränderung oder eine somatische Krankheit zur Folge haben. Nach der American Psychiatric Association (1987) wird Trauma definiert als "ein psychisch Stress auslösendes Ereignis außerhalb der üblichen menschlichen Erfahrung". Es ist davon auszugehen, dass derartige Ereignisse die Möglichkeit sonst bewährter Bewältigungsstrategien übersteigen. Ein traumatisches Ereignis ruft große Angst, Hilflosigkeit und Entsetzen hervor."
Aus: Mitchell, J.T. & Everly, G.S. (1998) . Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen, Hrgs. A. Igl und J. Müller-Lange. Edewecht: Stumpf & Kossendey.

Wie kann ich eine traumatische Belastung bei einem Kamerad / Freund / Angehörigen feststellen?
Menschen mit traumatischen Erfahrungen berichten oft über Schlafschwierigkeiten, Albträume. Sind reizbar und geraten leicht in Rage, sie haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und erleben unkontrolliert wiederkehrende Erinnerungen und Gefühle an das Erlebte. Sie vermeiden, sich an das Geschehene zu erinnern, wollen nicht darüber reden, nicht an den Ort zurück, wo es geschehen ist oder an Orte die sie daran erinnern, sie vermeiden so gut es geht alles, was sie an das traumatische Ereignis erinnert. 
Entsprechend kann es sein, dass sie vermehrt Alkohol trinken und sich zurückziehen, was zu weiterführenden Problemen mit Freunden, der Familie und der Arbeit führen kann.
 

Sind Gedanken an ein Unglück im nachhinein sinnvoll?
Sich an das Geschehene ganz bewusst zu erinnern und noch einmal in Gedanken alles durchzugehen führt dazu, dass man das Geschehene in eine sinnvolle Reihenfolge bringt, in eine erzählbare Geschichte. Das machen wir mit allen Erinnerungen, die unser Leben betreffen. Wenn wir z.B. von einem Jugendstreich erzählen oder davon wie wir einen Freund oder eine Freundin kennengelernt haben, dann erzählen wir eine Geschichte mit einem Anfang einem Höhepunkt und einem Ende. Und genau so haben wir auch das Bestreben, ein traumatisches Ereignis "erzählen" zu können. Um diesen Prozess zu ermöglichen, ist es sinnvoll sich an ein Unglück zu erinnern. Allerdings sollte man sich auch Ruhepausen gönnen, sich etwas Gutes tun, wenn einen ein Erlebnis sehr belastet. Gerade dann müssen wir auf uns aufpassen und, wenn die Gedanken zu schlimm werden, muss man sich nicht zwingen, weiter daran zu denken, sondern kann sich eine wohlverdiente Pause gönnen und zur Abwechslung das tun, womit man sich gerne beschäftigt und wobei man sich gut fühlt. Es ist aber wichtig, dass man sich immer wieder solange darüber Gedanken macht, bis die Gedanken nicht mehr von alleine wiederkommen. 
 

Soll ich einen Kameraden / einen Freund / ein Familienmitglied ansprechen, bei dem ich glaube, Anzeichen für eine Traumatisierung festgestellt zu haben?
Ja, man sollte auf jeden Fall seine Unterstützung anbieten und seine Beobachtungen und Sorge zum Ausdruck bringen. Wenn die betroffene Person erzählen möchte, dann sollte man sie in ihrem Tempo erzählen lassen und gut zuhören. Aber niemandem zum Erzählen zwingen. Oberstes Gebot ist der Respekt vor dem anderen und dieser Respekt kann auch bedeuten, den vorübergehenden Rückzug des anderen zu akzeptieren.

Sind alle 8 %, die bei der Feuerwehr eine PTBS haben, in Behandlung?
Nein, vermutlich nicht. Personen, die ein Trauma erlebt haben, kommen oft erst Jahre nach dem Geschehen in Behandlung. 
 

Ist ein zweites Ereignis hilfreich?
In der Regel nicht. Es führt eher zu einer Verschlimmerung von Beschwerden. Manchmal erlebt man jedoch Ereignisse, die einen zwar eine ganze Weile beschäftigen, aber die man dann auch verarbeiten kann. In so einem Fall würde ein zweites, ähnliches Ereignis eher dazu führen, dass man sich an solche Ereignisse gewöhnt, beispielsweise den Anblick von toten oder verletzten Personen im Falle von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst. Das schließt nicht aus, dass es auch hier besondere Einsätze (z.B. Großschadensereignisse wie das Zugunglück von Eschede) gibt, die dann zu einer Traumatisierung, also zu Schwierigkeiten mit der Verarbeitung führen. 
 

Kann eine PTBS zu Arbeitsunfähigkeit führen?
Ja, im Extremfall schon. Allerdings hat man eine gute Chance, das zu vermeiden, wenn man sich frühzeitig Unterstützung besorgt. 
 

Ist eine Behandlung nötig?
Sie ist sinnvoll, da die Beschwerden, die mit einer PTBS einher gehen, die Lebensqualität extrem einschränken können. In einer Therapie besteht die Möglichkeit, die Beschwerden zu verringern oder ganz zum Verschwinden zu bringen. 
 

Wo kann man sich behandeln lassen?
In der Regel bei einem psychologischen oder klinischen Psychotherapeuten, also einer Person, die in einem psychotherapeutischen Verfahren ausgebildet ist. Besser wäre es jedoch, auf Spezialisten zurückzugreifen. Schauen Sie doch einfach einmal bei uns vorbei.

Ist Verdrängen sinnvoll?
Im Augenblick des traumatischen Ereignisses sicherlich. Da geht es erst einmal darum, die Situation zu überstehen / zu überleben. Verdrängen ist solange eine akzeptable Bewältigungsstrategie, wie die Person Zeit braucht, um wieder in eine Situation zu gelangen, in der sie körperlich und möglichst auch psychologisch gesehen in Sicherheit ist. 
Werden traumatische Erfahrungen längerfristig verdrängt, kann es zu psychologischen Fehlentwicklungen und Störungen kommen wie zum Beispiel einer Posttraumatischen Belastungsstörung, Depressionen, Phobien oder Psychosomatischen Störungen, die ein Ausdruck dessen sind, dass das Erlebte nicht ausreichend verarbeitet wurde.
 

Wenn ich keine Zeit habe, das Erlebte aufzuarbeiten, weil z.B. schon der nächste Einsatz (bei der Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst etc.) kommt, soll ich es dann zwischenzeitlich verdrängen?
Auch hier gilt wie in der vorigen Antwort, dass Verdrängen nicht prinzipiell schlecht ist, sondern eine wichtige Bewältigungsstrategie sein kann. Auf jeden Fall sollte man sich nach mehreren schweren Einsätzen auch Zeit für sich nehmen, Zeit um nachzudenken und sich mit dem Erlebten auseinander zu setzen. 
 

Was soll ich tun, wenn ich beim Einsatz Angst habe?
Oberstes Gebot sollte sein, auf sich selbst Acht zu geben, da man niemandem helfen kann, wenn man selbst zusammenbricht. Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, seine Gefühle hinten an zu stellen, sie zu verdrängen oder nicht wahrzunehmen, um einen Einsatz zu Ende bringen zu können. In einem anderen Fall kann es wichtig sein, sich aus dem Einsatz zurückzuziehen. Jeder muss für sich selbst entscheiden, was für ihn in einer bestimmten Situation richtig ist. 
Taucht während einem Einsatz unangemessene Angst auf, sollte man sich hinterher mit einer Person seines Vertrauens darüber austauschen und gegebenenfalls professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. 
Allerdings erleben Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte im Allgemeinen Einsätze, in denen Angst eine völlig normale und sinnvolle Reaktion auf eine gefährliche Situation ist, dann wird man sich aber auch nicht weiter Gedanken darüber machen. 
 

Die große Anzahl an Einsätzen ist ein Problem. Was kann ich tun?
Wenn sich die Anzahl der Einsätze durch die äußeren Gegebenheiten nicht doch irgendwie reduzieren lässt, dann kommt es um so mehr darauf an, sich in seiner Freizeit zu erholen und sich etwas Gutes zu tun. Oft hilft es auch ein Entspannungsverfahren zu erlernen, um schneller von dem Stress durch die Arbeit Abstand zu gewinnen.

 


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