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Im folgenden finden Sie ein Glossar mit Erläuterungen
zu Begriffen, die wir auf unseren Seiten verwenden. Klicken Sie einfach
auf einen Buchstaben, um an die entsprechende Stelle im Alphabet zu
gelangen, an der Ihr gesuchter Begriff steht. Wenn Sie zum Beispiel
wissen wollen, was eine PTBS ist, dann klicken Sie auf das "P".
A

Absentismus
Gewohnheitsmäßiges Fernbleiben vom Arbeitsplatz (Duden
"Fremdwörterbuch").
Ätiologie
Ätiologie ist die Lehre vom Entstehen der Dinge, im Falle der Psychologie
vom Entstehen von Störungen. Eine ätiologische Fragestellung ist z.B.:
Welche Faktoren tragen zur Entstehung einer Posttraumatischen Belastungsstörung
(Glossar) bei?
Affekt
Relativ kurz andauerndes und abgrenzbares, stark ausgeprägtes Gefühl,
meist begleitet von nicht willentlich steuerbaren körperlichen
Symptomen, z.B. Freude, Angst, Scham (Davison
& Neale, 1988, S.783).
Affektive Störung
Eine psychische Störung, die durch Beeinträchtigungen
der Stimmung gekennzeichnet ist (Davison
& Neale,
1988, S.783).
AIDS
AIDS steht für "Acquired Immuno-Deficiency Syndrome" (übersetzt:
erworbene Immunschwäche) und bezeichnet eine Krankheit mit oft tödlichem
Verlauf, die durch HIV (steht für "human immuno deficiency virus")
verursacht wird (Roche
Lexikon Medizin,1987). Dieser Virus bewirkt, dass das menschliche
Immunsystem soweit geschwächt wird, dass es auf andere Bakterien, Erreger,
Viren nicht mehr angemessen reagieren kann.
Akustische Reize
Dargebotene Reize, die einen Ton erzeugen und über das
Ohr wahrgenommen werden können.
Akute
Belastungsstörung
Nach DSM-IV (APA, 1996)
besteht eine Akute Belastungsstörung dann, wenn die Person mit einem
traumatischen Ereignis konfrontiert war, während dem sie intensive Furcht,
Hilflosigkeit oder Entsetzen empfand und dissoziative Symptome (z.B.
sich an wichtige Teile der Situation nicht mehr erinnern können, keine
Gefühle mehr haben können, sich wie betäubt fühlen) erlebte. Genau wie
bei der Posttraumatischen Belastungsstörung (Glossar)
müssen im Nachfeld Symptome des Wiedererlebens, des Vermeidungsverhaltens
und des erhöhten Erregungsniveaus auftreten. Die Person muss unter den
Symptomen leiden und die Symptome treten mindestens 2 Tage höchstens
jedoch 4 Wochen lang innerhalb von vier Wochen nach dem Ereignis auf.
Halten die Symptome länger an, sind wahrscheinlich die Kriterien für
eine vorerst akute Posttraumatische Belastungsstörung gegeben.
Amygdala
(auch: Mandelkern): Teil des Gehirns. Die Amygdala ist besonders für
die Erinnerung an die emotionale Bedeutung von Erfahrungen zuständig
(Pinel, 1997)
Anpassungsstörung
Bei der Anpassungsstörung handelt es sich um Zustände von subjektivem
Leiden und emotionaler Beeinträchtigung, die soziale Funktionen und
Leistungen behindern und während des Anpassungsprozesses nach einer
entscheidenden Lebensveränderung, nach einem belastenden Lebensereignis
oder auch nach schwerer körperlicher Krankheit auftreten. Die Belastung
kann die Unversehrtheit des sozialen Netzes betroffen haben (bei einem
Trauerfall oder Trennungserlebnis), das weitere Umfeld sozialer Unterstützung
(Glossar) oder soziale
Werte (wie bei Auswanderung oder nach Flucht). Die Belastung kann dabei
nur den Einzelnen oder auch seine Gruppe oder Gemeinde betreffen (ICD-10)
Assoziatives
Gedächtnis
Frühe Gedächtnisforscher wie Ebbinghaus (1913) oder McGeoch
(1942) gingen davon aus, dass sich "einzelne Gedächtnisinhalte
aufgrund früherer Erfahrung so miteinander verbinden, dass der
eine Inhalt den anderen hervorruft". (Haberlandt,
1999). So sagen die meisten Menschen, wenn man sie fragt,
was ihnen beim Begriff "Feuerwehr" einfällt, spontan
"rot" oder "Tatü-Tata". Während man sich
zu Beginn der Assoziationsforschung viel mit der Verknüpfung von
Wissensinhalten beschäftigt hat, versteht man heute unter Assoziation
nicht nur die Verknüpfung von Lerninhalten oder Gedanken, sondern
auch von Vorstellungen mit Gefühlen. (Dorsch,
1987)
In der Trauma-Behandlung wird assoziatives Gedächtnis oft gleichbedeutend
verwendet mit einem Gedächtnissystem, in dem Gefühle, Gedanken
und sinnliche Wahrnehmungen gespeichert sind.
Attribution
Ursachenzuschreibung. Die Erklärung einer Person für
die Ursachen von dem, was passiert. Dahinter steht die Vorstellung,
dass alles in einem Ursache-Wirkungszusammenhang steht.
Autobiografisches
Gedächtnis
Gedächtnissystem, in dem Ereignisse mit ihrem Bezug
zu Zeit und Ort gespeichert sind.
Conway (1996) fand heraus, dass das autobiografische Gedächtnis
hierarchisch in drei Ebenen organisiert ist. Wir erinnern auf einer
obersten Ebene an Lebensperioden, die bestimmten Themen zugeordnet sind.
Diese Lebensperioden umfassen in der Regel mehrere Jahre und orientieren
sich an der Thematik "Beziehungen" oder "Arbeit".
Beispiel: "als ich mit Karl zusammenlebte" oder "als
ich bei der Firma XY beschäftigt war." Diesen Lebensperioden
sind als zweite Ebene bestimmte allgemeine Geschehnisse zugeordnet.
Beispiel: "Als die Kinder noch ganz klein waren, waren wir in den
Sommerferien in Italien." In einer dritten Ebene erinnern wir uns
dann an Details dieser allgemeinen Geschehnisse. "In diesem Urlaub
habe ich einen blauen Bikini gekauft."
(Haberlandt, 1999)
Das autobiografische Gedächtnis funktioniert aber nicht einfach
wie ein Kassettenrecorder, der Erinnerungen abspeichert und bei Bedarf
wieder abspielt. Menschen denken über ihre Erfahrungen nach und
suchen nach einem Sinn in den Ereignissen, die sie betreffen. Diese
Suche nach einem Sinn führt dazu, dass autobiografische Erinnerungen
eine Art Erzählung bilden. Wie bei einer Erzählung gibt es
dann Ziele, Anstrengungen, um Hindernisse zu überwinden um das
Ziel zu erreichen, und einen Schlusspunkt. (Haberlandt,
1999) Wie die Erzählung im einzelnen dann aussieht,
hängt stark davon ab, welches Bild die betroffene Person von sich
selbst hat, ob sie sich z. B. als besonders mutig oder hilfsbereit empfindet.
Auf jeden Fall versucht sie, einen Sinn in den Ereignissen zu finden
und ihn ggf. einer anderen Person mitzuteilen.
Autobiografische Erinnerungen sind also nicht in jedem Fall faktisch
korrekt, aber nichtsdestotrotz in einem persönlichen Sinne wahr.
Autosuggestion
Bei der Autosuggestion geht es darum, seinen eigenen Geist
auf etwas Erwünschtes zu programmieren. Das machen wir unbewusst
alle, z. B. wenn wir uns vor einer schweren Aufgabe mit einem "Du
schaffst es!" anfeuern.
Bei der Autosuggestion wird dieser Prozess bewusst genutzt. Bestimmte
Gedanken werden im Geist so lange wiederholt, bis sich dieser Gedanke
in eine Überzeugung und dann in eine Tatsache verwandelt. Der Prozess
lässt sich beschleunigen, wenn man sich das erwünschte Ziel
bildlich vorstellt.
Zu den Anwendungsgebieten der Autosuggestion zählen unter anderem
das Autogene Training und das Positive Denken.
B

Bildgebende Verfahren
Mit PET (Positronen - Emissions - Tomographie) ist es möglich
Informationen über die Aktivität des Gehirns als Bild zu bekommen.
Es werden solche Bereiche des Gehirns sichtbar, die höchste Stoffwechselaktivität
sowie eine Zunahme in der Durchblutung (d.h. diese Bereiche sind aktiv)
zeigen.
MRT (Magnet - Resonanz - Tomographie) ist eine diagnostische Technik
zur Darstellung der Aktivität der einzelnen Gehirnareale mit Hilfe
von Magnetfeldern und Radiowellen, indem sich Veränderungen in
der Sauerstoffsättigung des Blutes aufzeigen lassen. Je mehr Aktivität
in einem Areal, desto höher ist die dort vorhandene Sauerstoffkonzentration
des Blutes.
Borderline
Persönlichkeitsstörung
Die Borderline Persönlichkeitsstörung wird häufig mit körperlichem und
sexuellem Missbrauch in der Kindheit, früher Trennung von den Eltern
und Vernachlässigung in Verbindung gebracht. Personen mit einer Borderline
Persönlichkeitsstörung sind sehr sprunghaft und impulsiv, neigen zu
selbstschädigendem oder sogar selbstverletzendem Verhalten und sind
verzweifelt darum bemüht, ein tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden
zu verhindern. Die Störung beginnt meist im frühen Erwachsenenalter
und ist durch ein tiefgreifendes Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen
Beziehungen, im Selbstbild und in den Gefühlen gekennzeichnet (DSM-IV,
S. 735-739).
C

Chronische PTBS
Eine chronische Posttraumatische Belastungsstörung (Glossar)
besteht dann, wenn die entsprechenden Symptome länger als drei Monate
andauern. Die Symptome werden in drei Symptomgruppen zusammengefasst:
Wiedererleben, Vermeidungsverhalten und erhöhtes Erregungsniveau.
D

Debriefing
Ein Debriefing ist eine Gruppenintervention, bei der die Teilnehmer
zusammen sieben Phasen durchlaufen, die dabei helfen sollen, das Erlebte
besser zu verarbeiten. Diese Intervention wird in der Regel wenige Tage
nach dem traumatischen Erlebnis durchgeführt. Im Folgenden sollen kurz
die einzelnen Phasen beschrieben werden:
(1) Einführung: Die Teilnehmer werden begrüßt und bekommen einen Ausblick
auf das, was sie erwartet. (2) Tatsachen: Die Teilnehmer versuchen zusammen,
dem Debriefer ein Bild von dem Geschehenen zu vermitteln. Dafür fragt
der Debriefer nach, wenn er etwas nicht verstanden hat oder der Ablauf
einer Situation noch nicht klar ist. (3) Gedanken: Die Teilnehmer teilen
dem Debriefer und den anderen Personen in der Gruppe ihre Gedanken im
Moment des Geschehens mit. (4) Reaktionen: Die Teilnehmer erzählen,
wie sie sich in dieser Situation gefühlt haben. (5) Auswirkungen: Die
Teilnehmer versuchen zu beschreiben, welche (körperlichen) Auswirkungen
dieses Gefühl bei ihnen hatte. (6) Die Teilnehmer bekommen vom Debriefer
Informationen darüber, was in den nächsten Tagen und Wochen auf sie
zukommen kann und wie sie im Einzelfall damit umgehen können. (7) Abschluss:
Der Debriefer fasst das Wichtigste aus der Sitzung zusammen, erklärt
noch einmal die nächsten Schritte und verabschiedet sich von der Gruppe.
Dieses Vorgehen ist bei Everly
und Mitchell (1997) beschrieben.
Defusing
Eine informelle Diskussionsrunde, die im Idealfall innerhalb von 12
Stunden nach Einsatz oder Ereignis angesetzt wird. Das Verfahren ähnelt
dem Debriefing, hat aber nicht das Ziel, einen psychologischen Abschluss
zu erreichen. Entsprechend hat es auch nicht alle Phasen des Debriefings:
(1) Einführung: die Teilnehmer werden begrüßt und bekommen einen Ausblick
auf das, was sie erwartet. (2) Exploration: Es gibt zwei Unterphasen,
in denen die Frage nach den Fakten und die Frage nach Reaktionen auf
den Krisenzustand gestellt werden. (3) Information: es werden wie beim
Debriefing Stressmanagement-Techniken erklärt. Dieses Vorgehen ist bei
Everly
und Mitchell (1997) beschrieben.
Depression
Emotionaler Zustand, der durch große Traurigkeit, Besorgtheit,
Gefühle der Wertlosigkeit und der Schuld, sozialen Rückzug,
Schlafstörungen, Appetitmangel, sexuelles Desinteresse und entweder
körperlicher und seelischer Trägheit oder Erregung und Unruhe
gekennzeichnet ist (Davison
& Neale, 1988, S.786).
Desensibilisierung
Desensibilisierung ist ein psychotherapeutisches Verfahren, bei dem
Betroffene durch die Konfrontation mit den angstauslösenden Reizen
(z.B. bestimmte Situationen, Erinnerungen, Objekte, Tiere) in kleinen
mit dem Klienten festgelegten Schritten (z.B. erst ein Bild von einer
Spinne, dann eine Spinne im Glas, dann eine Spinne ohne Glas) an diese
Reize gewöhnt werden sollen. Ziel ist es, die Stress-Angst-Reaktion
auf den Reiz zu "verlernen".
Dissoziation
Dissoziation ist ein Zustand, in dem das Bewusstsein nicht mehr in der
Lage ist, die Informationen von außen und von innen sinnvoll in Einklang
zu bringen, und in Folge Gedanken und Gefühle getrennt werden. Dissoziation
taucht häufig im Zusammenhang mit traumatischen Erfahrungen auf und
wird auch als das Gefühl beschrieben, neben sich gestanden zu haben.
Als Folge von einem dissoziativen Zustand kann es sein, dass eine Person
sich an wichtige Dinge nicht mehr erinnern kann.
DSM-IV
DSM-IV ist die Abkürzung für "Diagnostisches und statistisches
Manual psychischer Störungen, 4. Auflage". Das DSM-IV wird von
der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft (APA = American Psychiatric
Association) herausgegeben und ist neben dem ICD-10 (Glossar)
das andere große Diagnoseschema oder Klassifikationssystem (Glossar)
in Psychologie und Psychiatrie. Es wird vor allem in der Forschung eingesetzt,
da es zu jeder Störung einen klaren Kriterienkatalog gibt, der es Wissenschaftlern
ermöglicht, einer Person eindeutig eine oder mehrere Störungsbilder
zuzuordnen. Auf diese Weise versucht man, die Vergleichbarkeit von Personengruppen
und damit von Forschungsergebnissen herzustellen.
E

Epidemiologie
Epidemiologie ist die Wissenschaft vom Vorkommen bestimmter Dinge oder
Ereignisse in einer Menge von Personen (z.B. Anzahl von Personen in
einem Land, Anzahl von arbeitslosen Ausländern). Im Bereich der
Psychologie beschäftigt sich die Epidemiologie vor allem mit der Häufigkeit
von Störungsbildern (z.B. Anzahl der Personen mit Depression oder Posttraumatischer
Belastungsstörung (Glossar)
in Deutschland).
Exposition
Wenn jemand Angst vor Reizen, Menschen oder Situationen hat, kann diese
dadurch verringert werden, dass man die betreffende Person (unter Anleitung
von fachkundigem Personal) genau diesen Reizen, Menschen oder Situationen
aussetzt (exponiert). Dabei lernt sie, dass keine negativen Konsequenzen
folgen und somit nach und nach, die angstauslösenden Reize, Menschen
und Situationen auszuhalten.
In der Behandlung von Traumafolgen nimmt die Exposition einen zentralen
Platz ein. Hier geht es darum, sich aktiv den belastenden Erinnerungen
zu stellen und ihnen nicht mehr auszuweichen oder sie zu vermeiden.
Meist geschieht das dadurch, dass man die Betroffenen die belastende
Situation erzählen lässt, dieses Mal aber unter der schützenden
Anleitung des Therapeuten (siehe auch Testimony
Therapie, NET oder EMDR).
Manchmal ist es auch sinnvoll oder möglich, dass der Therapeut
zusammen mit dem Betroffenen an den Ort des Geschehens zurückkehrt,
z. B. an den Ort eines Verkehrsunfalls oder eines Verbrechens. Wichtigstes
Ziel der Exposition ist es, dass der Betroffene die Erfahrung macht,
dass Angst, Stress und Schrecken zu einer ganz bestimmten Stelle seiner
Lebensgeschichte gehören, aber nicht sein ganzes Leben bestimmen
müssen.
F

Faktorenanalyse
Die Faktorenanalyse ist ein statistisches Verfahren, mit dem man eng
miteinander zusammenhängende Ereignisse oder Sonstiges durch einen
"Faktor" gruppieren kann. Z.B. würde die Faktorenanalyse
aller Merkmale von einem Apfel, einer Banane, einer Karotte und einer
Gurke mit ziemlicher Sicherheit zwei Faktoren ergeben. Man würde
diese Faktoren dann mit "Obst" und "Gemüse"
bezeichnen.
Methodisch korrekt formuliert würde man dies so ausdrücken:
Eine aus psychologischen Fragestellungen entwickelte Gruppe von Methoden
der multivariaten Analyse; ihr Ziel ist es, die Vielfalt korrelativer
Beziehungen zwischen einer größeren Anzahl von Variablen
eines Bereichs auf eine kleinere Zahl von "Faktoren" zurückzuführen,
aus denen sich die einzelnen Variablen in unterschiedlicher Weise zusammensetzen
(Dorsch, 1987).
Flashback
Bei einem Flashback erlebt ein Betroffener frühere Gefühlszustände
wieder. Ein solcher Flashback kann durch bestimmte Trigger (Glossar)
ausgelöst werden.. Im Flashback fühlt sich die Person für
eine begrenzte Zeit in eine Situation aus der Vergangenheit zurückversetzt,
d. h. sie erlebt alle mit dieser Situation verbundenen Inhalte, als
fänden sie jetzt und hier statt. Für traumatisierte Menschen
sind Flashbacks besonders schlimm, weil durch das Wiedererleben der
traumatischen Situation auch die Gefühle der Angst, der Panik und
der Hilflosigkeit erneut erfahren werden.
G

Gefechts-Stress-Reaktion (GSR)
Störungen, wie Depression (Glossar),
Paranoia (Glossar), PTBS
(Glossar) und andere haben
typische klinische Bilder, die für Diagnose und Behandlung herangezogen
werden können. Bei GSR ist das anders. Wegen dieser Schwierigkeit, GSR
klinisch zu definieren, sind die diagnostischen Kriterien, die in der
Praxis benutzt werden, funktional: Die zwei Kriterien, die es zu beachten
gilt, sind:
(1) Der Soldat hört auf, als Kämpfer zu funktionieren und
(2) andere - in diesem Falle autorisiertes Personal der psychischen
Gesundheit - erkennen dies.
Diese Definition macht keinen Unterschied zwischen Soldaten, die nicht
mehr kämpfen können, und solchen, die nicht mehr wollen (Solomon,
1993, S. 27 - 38).
Generalisiertes
Angstsyndrom
Generalisierte anhaltende Ängstlichkeit, die nicht durch eine andere
psychische Störung bedingt ist. Symptome: Muskuläre Spannung,
Überaktivität des vegetativen Nervensystems (Glossar),
Erwartungsangst, Überwachheit und ständiges Überprüfen
der Umgebung (Davison
& Neale, 1988, S.790).
H

Habituation
Bezeichnet die Gewöhnung an einen Reiz. Ein Reiz, der
normalerweise eine bestimmte Reaktion auslöst, wird so lange präsentiert,
bis diese Reaktion nicht mehr auftritt. So ist zum Beispiel eine normale
Reaktion von Pferden, dass sie bei einem lauten Geräusch erschrecken,
sich aufbäumen oder durchgehen. Die Pferde, die beim Kölner
Karnevalsumzug teilnehmen sollen, werden deshalb schon lange vorher
mit lauter Musik und dem Knallen von Feuerwerkskörpern vertraut
gemacht. Die ursprünglich unwillkürliche Reaktion wird also
durch die Habituation unterdrückt. Beim Menschen findet Habituation
in verschiedenen Situationen ebenfalls statt. Zum Beispiel muss man
sich als Ärztin oder Krankenpfleger an den Anblick von Blut und
Wunden gewöhnen. Die ursprüngliche Reaktion (Schreck oder
Ekel) verringert sich bei jedem Kontakt mit einem Patienten, bis sie
nicht mehr auftritt.
Eine absichtlich herbeigeführte Habituation wird besonders in der
Verhaltenstherapie (Glossar)
zum Beispiel bei der Behandlung von Angststörungen, eingesetzt.
Habituation wird hier meist so verstanden, dass eine Angstreaktion sich
nur bis zu einem begrenzten Grad aufbauen und eine bestimmte Zeitdauer
anhalten kann. Danach ist der Betroffene rein körperlich nicht
mehr in der Lage, die starke Erregung weiter aufrechtzuerhalten und
die Angst nimmt von selbst ab. Schaffen es die Klienten in der Therapie,
so lange in der angstauslösenden Situation zu bleiben, bis dieser
Punkt erreicht ist, können sie lernen, dass sich ihre übersteigerten
Befürchtungen (z. B. "ich werde herunterfallen und sterben,
wenn ich auf diesen hohen Turm steige.") nicht bewahrheiten - ihre
Angst also unbegründet ist.
Halluzination
Wahrnehmung, die nicht durch entsprechende äußere Sinnesreize
hervorgerufen wird, jedoch für die betroffene Person Realitätscharakter
besitzt (Davison &
Neale, 1988, S.790).
Hemisphäre
Als Hemisphären werden die beiden Gehirnhälften
bezeichnet.
Hippocampus
Teil des Gehirns. Dem Hippocampus wird eine zentrale Rolle bei der Festigung
von Gedächtnisinhalten zugesprochen. Eine Zerstörung des Hippocampus
führt zur Unfähigkeit, neues Lernmaterial zu behalten. (Dorsch,
1987)
HIV (siehe
Aids)
Hormone
Sind Botenstoffe, die der Körper selbst produziert und die dafür sorgen,
dass Informationen z.B. vom Gehirn an die Schilddrüse gelangen. Wichtige
Hormone sind z.B. Östrogen und Testosteron (weibliches und männliches
Geschlechtshormon).
Hypnose
Therapeutische Methode, durch die Menschen in einen Trancezustand versetzt
werden. Trance ist ein alltäglicher Zustand, wie er z.B. beim Betrachten
eines Films auftreten kann. Er zeichnet sich aus durch Entspannung und
eine eingeschränkte Wahrnehmung. Auch unter Hypnose bleibt man
immer Herr über die Situation (dgh).
I / J

ICD-10
Neben dem DSM-IV (Glossar)
das andere große Diagnoseschema, herausgegeben von der Weltgesundheitsorganisation
(WHO, World Health Organisation). In der Internationalen Klassifikation
psychischer Störungen (Dilling
et al., 1993) sind wie im DSM-IV psychische Störungen mit
ihren Symptomen beschrieben, die es dem Psychologen oder dem Arzt ermöglichen,
eine Diagnose einer psychischen Krankheit zu stellen, sich mit Kollegen
darüber zu unterhalten und eine geeignete Therapiemöglichkeit zu finden.
Immunsystem
Das System, welches den Körper gegen infektiöse Mikroorganismen
schützt.
Intrusion
Sich ins Gedächtnis drängende Erinnerungen und
Gedanken an ein traumatisches Erlebnis.
Inzidenz
Die Inzidenzrate gibt an, wieviel Prozent der untersuchten Gruppe in
einem bestimmten Zeitraum (meist der Untersuchungszeitraum) neu erkranken
(z.B. prozentualer Anteil der Feuerwehrleute in Deutschland, die innerhalb
eines Jahres eine Posttraumatische Belastungsstörung (Glossar)
bekommen).
K

Klassifizierung
So wie ein Arzt eine bestimmte Krankheit diagnostiziert bzw. klassifiziert
(z.B. eine Grippe), genauso kann man auch psychische oder psychologische
Krankheiten diagnostizieren bzw. klassifizieren (z.B. eine Phobie oder
Schizophrenie). Sowohl der Arzt wie auch der Psychiater oder Psychologe
orientieren sich bei ihren Diagnosen an offiziellen Krankheitsbeschreibungen
oder Diagnoseschemata. Im Bereich der psychologischen Störungen gibt
es zwei wichtige Diagnoseschemata, an denen man sich orientieren kann:
das DSM-IV (Glossar) und
das ICD-10 (Glossar). In
beiden findet man Beschreibungen zu verschieden psychologischen Störungen,
anhand derer ein Psychologe oder Psychiater entscheiden kann, ob bei
einer Person eine psychologische Störung vorliegt oder nicht.
Kognition
Kognition ist der psychologische Fachbegriff für Gedanken, Wissen, Denkprozesse
etc. Kognitionen stehen oft im Gegensatz zu Emotionen, also Gefühlen.
Bei traumatischen Erfahrungen kommt es oft vor, dass Kognitionen (Gedanken,
Wissen, Denkprozesse) und Emotionen (Gefühle) nicht zusammenpassen oder
nicht miteinander verbunden werden können. Es ist Aufgabe einer Krisenintervention
(Glossar) oder
Therapie, diese Einheit zu fördern oder wiederherzustellen.
Komorbidität, komorbid
Unter Komorbidität versteht man im Allgemeinen psychische Störungen,
die neben einer anderen, primären psychischen Störung entstehen. Meistens
gibt es eine Störung, die zeitlich vor anderen Auffälligkeiten existiert.
Treten jetzt andere Störungen zeitlich oder inhaltlich nach- bzw. untergeordnet
auf, so werden diese Störungen als komorbide Störungen bezeichnet. Zum
Beispiel kann jemand eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt
haben und fängt in der Folge an, vermehrt Alkohol oder andere Drogen
zu missbrauchen, um mit den Alpträumen zurecht zu kommen. Eine Alkoholabhängigkeit
wäre in diesem Fall eine komorbide Störung zu der PTBS.
Kompensation
Kompensation wird verstanden als Ausgleich, Ersatz oder eine wechselseitige
Aufhebung von entgegenwirkenden Kräften. (Dorsch,1987)
So kann jemand, der in seiner Kindheit das Gefühl entwickelt hat,
nicht so geliebt zu werden, wie er ist, versuchen, dieses Gefühl
zu kompensieren, indem er besonders leistungsbewusst oder ehrgeizig
wird. Manchmal kann auch das krampfhafte Anhäufen von Geld und
Besitz als Kompensation für ein geringes Selbstwertgefühl
verstanden werden. Kompensation ist nicht von vornherein negativ, sondern
nur, wenn ein gravierender Mangel durch etwas ersetzt werden soll, was
das eigentliche Bedürfnis nicht stillt, aber seinerseits erhebliche
Nachteile mit sich bringt. Ein positives Beispiel für Kompensation
ist zum Beispiel, wenn ein Mensch, der sein Augenlicht verloren hat,
ein besonders gutes Gehör entwickelt.
Krankheitsgewinn,
primärer und sekunkärer
Die aus der Krankheit erzielbare Befriedigung. Die von Freud entwickelte
Ansicht, dass ein primärer Krankheitsgewinn oft die psychische
Störung (als Flucht in die Krankheit oder als vorteilhafte Neubeziehung
zur Umwelt durch die Krankheit) motiviert und der sekundäre Krankheitsgewinn
darin besteht, dass die eingetretene Erkrankung nachträglich einen
Vorteil (z.B. Beachtetwerden, Rente) bedeutet (Dorsch,
1987).
Krisenintervention
Dieser Begriff bezieht sich auf Interventionen oder psychologische Hilfeleistungen,
die der betroffenen Person im unmittelbaren Nachfeld einer psychologischen
Krise angeboten werden. Der zeitliche Rahmen, in dem diese Unterstützungsangebote
gemacht werden, ist dabei nicht klar definiert. Er reicht von wenige
Minuten nach dem traumatischen Ereignis bis hin zu einige Wochen nach
der Krise. Einzelne Hilfsangebote umfassen zum Beispiel ein persönliches
Einzelgespräch, ein Debriefing (Glossar),
ein Defusing (Glossar),
Hilfe für die Familien der Betroffenen und Vermittlung von weiterführenden
Angeboten wie z.B. einer Therapie.
Der Begriff wird auch gleichbedeutend mit dem persönlichen Einzelgespräch
verwendet. In diesem Fall ist eine Krisenintervention also ein persönliches
Einzelgespräch im unmittelbaren Nachfeld einer Krisensituation.
L

Lebenszeitprävalenz
die Wahrscheinlichkeit, als Teil einer Gruppe einmal in seinem Leben
von etwas betroffen zu sein. Zum Beispiel: Wenn die Lebenszeitprävalenz
von Posttraumatischer Belastungsstörung in Deutschland 1% ist, dann
haben 1% der Bevölkerung einmal in ihrem Leben diese Störung. Mit anderen
Worten, eine von hundert Personen in Deutschland entwickelt einmal in
ihrem Leben eine Posttraumatische Belastungsstörung.
Siehe auch Prävalenz (Glossar).
Liste empirisch validierter
Verfahren der American Psycholocical Association
In diese Liste werden nur Therapieverfahren aufgenommen,
die als wissenschaftlich bestätigt (empirisch valide) gelten, d.h.
in nahezu allen Fällen therapeutisch wirksam sind und zu einer
Verbesserung der Beschwerden bei Betroffenen führen.
M

MMPI
Minnesota Multiphasic Personality Inventory. Ein aus 566 Items bestehender
Persönlichkeitsfragebogen, der für klinische Diagnosen entwickelt
wurde. Mit dem Fragebogen werden krankhafte und störende psychische
Auffälligkeiten erfasst (Hathaway
& McKinley, 1972).
Mobbing
"To mob" bedeutet so viel wie anpöbeln, schikanieren, attackieren, angreifen,
drangsalieren.
Mobbing beinhaltet, dass jemand am Arbeitsplatz von Kollegen, Vorgesetzten
oder Untergebenen schikaniert, belästigt, drangsaliert, beleidigt, ausgegrenzt
oder beispielsweise mit kränkenden Arbeitsaufgaben bedacht wird und
der oder die Mobbingbetroffene unterlegen ist. Wenn man etwas als Mobbing
bezeichnen möchte, dann muss dies häufig und wiederholt auftreten (z.
B. mindestens einmal pro Woche) und sich über einen längeren Zeitraum
erstrecken (mindestens ein halbes Jahr). Es handelt sich nicht um Mobbing
bei einmaligen Vorfällen. Es handelt sich auch nicht um Mobbing, wenn
zwei etwa gleich starke Parteien in Konflikt geraten (Zapf,
1999).
Monotrauma
Ein einzelnes traumatisches Erlebnis.
Morbidität
Krankheitsstand, Erkrankungsziffer. Verhältnis der Zahl
der Kranken zur Zahl der Gesunden (Dorsch,
1987).
Multiple
Persönlichkeit / dissoziative Identität
Seltene dissoziative (Glossar)
Störung, bei der zwei oder mehrere unterschiedliche und voneinander
getrennte Persönlichkeiten in einer Person existieren. Jede dieser
Persönlichkeiten hat ihre eigenen Erinnerungen, Kontakte und Verhaltensweisen.
Nur eine einzige ist zu einem bestimmten Zeitpunkt dominant (Davison
& Neale, 1988, S.796).
N

Nervensystem
Das Nervensystem der Wirbeltiere besteht aus zwei Teilen, dem zentralen
Nervensystem (ZNS) und dem peripheren Nervensystem (PNS). das zentrale
Nervensystem befindet sich mit Gehirn und Rückenmark in Schädel
bzw. Wirbelsäule. Das periphere Nervensystem befindet sich ausserhalb
dieses Bereichs und besteht aus dem somatischen Nervensystem (SNS) und
dem autonomen Nervensystem (ANS) (Pinel,
1997, S.50).
Nervensystem,
autonomes (ANS)
Das autonome oder vegetative Nervensystem ist ein Teil des peripheren
Nervensystems (Glossar),
das sich an der Regulation der inneren Umgebung des Körpers beteiligt.
Es sorgt für den Informationsaustausch zwischen dem zentralen Nervensystem
(Glossar) und den
inneren Organen.
Das autonome Nervensystem hat zwei Arten von efferenten Nerven (Glossar):
Sympathische und parasympathische Nerven. Sympathische Nerven stimulieren,
organisieren und mobilisieren Energiequellen, um mit bedrohlichen Situationen
zurechtzukommen, während parasympathische Nerven dazu dienen, Energie
zu sparen. Die meisten autonomen Organe bekommen sowohl sympathische
als auch parasympathische Information, d.h. ihr Verhalten wird durch
den relativen Grad an sympathischer und parasympathischer Aktivität
kontrolliert. Sympathische Aktivität spiegelt sich in psychologischer
Erregung (Pinel, 1997,
S.51).
Nervensystem,
somatisches (SNS)
Das somatische Nervensystem ist der Teil des peripheren Nervensystems
(Glossar), der Informationen
mit der äusseren Umwelt austauscht. Es ist aus Nerven, die Wahrnehmungs-Signale
von der Haut, den Skelettmuskeln, Gelenken, Augen, Ohren, usw. zum zentralen
Nervensystem bringen, (sogenannte afferente Nerven) und Nerven, die
Handlungs-Signale vom zentralen Nervensystem zu den Skelettmuskeln transportieren,
(sogenannte efferente Nerven) zusammengesetzt (Pinel,
1997, S.50/51).
Neurophysiologische
Tests
Das EEG (Elektroencephalogramm) liefert ein grobes Maß für
die elektrische Aktivität des Gehirns. Einige EEG - Wellenmuster
werden mit bestimmten Bewusstseinszuständen etc in Verbindung gebracht.
So sind z.B. sogenannte Alpha - Wellen charakteristisch für einen
entspannten Wachzustand.
EKPs (Ereigniskorrelierte Potentiale) sind EEG-Wellenmuster, die auf
einen bestimmten Reiz folgen, z.B. auf einen Ton oder einen Lichtpunkt,
Sprache oder Bilder. Anhand dieser Muster können Wissenschaftler
Aussagen darüber machen, wie diese Reize im Gehirn verarbeitet
werden.
O / P 

Paranoia
Allgemeiner Begriff für systematische Wahnideen bei sonst ungestörten
psychischen Funktionen. Häufig in der Form von Verfolgungs- und
Größenwahn. Paranoia ist ein Symptom, das man bei verschiedenen
psychischen Störungen, z.B. Schizophrenie und Paranoider Persönlichkeitsstörung
beobachten kann. Derartige Wahnideen können auch durch große
Dosen bestimmter Stoffe wie Kokain oder Alkohol ausgelöst werden
(Davison & Neale,
1988, S.798).
Phobie (Phobische
Störung)
Das Hauptmerkmal ist eine anhaltende und irrationale Furcht vor einem
bestimmten Objekt, einer Tätigkeit oder einer Situation, die zu
dem drängenden Wunsch führt, das gefürchtete Objekt,
die Tätigkeit oder die Situation zu vermeiden. Die Furcht wird
vom Betroffenen als übermäßig und irrational, gemessen
an der tatsächlichen Gefährlichkeit, erkannt (Davison
& Neale, 1988, S.799).
Physiologie
Physiologie ist der Fachbegriff für die Lehre von den allgemeinen Körper-
und Lebensfunktionen, wie zum Beispiel dem Herzkreislauf oder Hirnfunktionen.
Physiologische
Tests
Durch physiologische Tests soll herausgefunden werden, wie
der Körper z.B. auf ein Therapieverfahren etc reagiert. Ein EKG
(Elektrocardiogramm) soll abklären wie sich der Puls / Herzschlag
verhält; in Stressreaktionen oder bei der bloßen Vorstellung
einer Stressreaktion kann es zu einem drastischen Anstieg kommen.
Gefühlsbetonte Gedanken und Erfahrungen gehen häufig mit einer
Zunahme der Aktivität der Schweißdrüsen einher: wird
eine Situation vom Gehirn als "Stress" identifiziert, so wird
vermehrt Schweiß produziert. Damit leitet die Haut Strom besser,
d.h. die elektrische Hautleitfähigkeit nimmt zu.
Posttraumatisch
nach einem Trauma; z.B. posttraumatischer Stress ist Stress, der nach
dem Erleben eines traumatischen Ereignisses entsteht.
Posttraumatische
Belastungsstörung / PTBS / PTSD / PTB
Nach dem DSM-IV (Glossar)
(APA, 1996, S. 491
f.) besteht das Störungsbild der PTBS im Wesentlichen aus
drei Symptombereichen: dem Wiedererleben des Traumas (z.B. Flashbacks,
Alpträume; Kriterium B), dem Vermeiden traumarelevanter Reize (z.B.
sich an Teile des Erlebnisses nicht erinnern können, bestimmte Orte
oder Situationen nicht aufsuchen; Kriterium C) und den Symptomen eines
erhöhten Erregungsniveaus (z.B. Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme;
Kriterium D). Die Symptomatik muss einem traumatischen Ereignis folgen
(Stressor-Kriterium; Kriterium A), das z.B. zur Verletzung oder zum
Tod von Menschen führte und bei der betroffenen Person Furcht, Hilflosigkeit
oder Entsetzen auslöste. Es wird erst dann von einer PTBS gesprochen,
wenn die Symptomatik länger als einen Monat andauert (Kriterium E).
Zusätzlich kann zwischen einer akuten PTBS und einer chronischen Form
unterschieden werden. Bei der akuten PTBS treten die Symptome bis zu
drei Monate lang auf, bei der chronischen PTBS länger als drei Monate.
Die Störung muss eine wesentliche Einschränkung der Lebensqualität beim
Betroffenen auslösen (Kriterium F).
Prävalenz
Die Prävalenzrate gibt an, wieviel Prozent der untersuchten
Gruppe in einem bestimmten Zeitraum (meist der Untersuchungszeitraum)
krank sind (z.B. prozentualer Anteil der Feuerwehrleute in Deutschland,
die bei einer zwei-monatigen Fragebogenuntersuchung die Diagnose "Posttraumatische
Belastungsstörung" (Glossar)
erhalten.
Siehe auch Lebenszeitprävalenz (Glossar).
Psychiater
Ein Arzt mit einer Zusatzausbildung zum Facharzt für Psychiatrie, sprich
eine Person, die Medizin studiert und sich anschließend entsprechend
weitergebildet hat. Der Unterschied zum Psychologen (Glossar)
besteht vor allem darin, dass Psychiater, da sie Mediziner / Ärzte sind,
Medikamente verschreiben und verabreichen können, was ein Psychologe
nicht darf.
Psychoaktive Substanzen
Stoffe, die psychologische Prozesse beeinflussen, indem sie
die synaptische Übertragung, also die Reizübertragung von
einer Nervenzelle zur anderen, beeinflussen. Die Reizübertragung
kann dabei entweder gefördert oder gehemmt werden.
Psychoedukation
Man spricht von Psychoedukation, wenn es darum geht Informationen
z.B. über Traumata (Glossar) und deren Folgen für Körper
und Psyche gezielt an Betroffene weiterzugeben.
Psychologe
Ein Psychologe ist eine Person, die Psychologie studiert hat. Der Unterschied
zum Psychiater (Glossar)
besteht vor allem darin, dass Psychiater, da sie Mediziner / Ärzte sind,
Medikamente verschreiben und verabreichen können, was ein Psychologe
nicht darf.
Psychologische
Tests
Psychologische Tests können z.B. Leistungstests (z.B.
Intelligenztests) oder Persönlichkeitstests sein. Unter Persönlichkeitstests
fallen auch klinische Tests, d.h. das Krankheitsbild der Person wird
abgefragt. Oft werden speziell konzipierte Fragebögen verwendet.
Hierbei wird im Vorfeld streng wissenschaftlich ein Mittelwert berechnet,
der für den größten Teil der Bevölkerung zutrifft.
Was von dieser gemittelten Norm abweicht, gibt Hinweise auf psychische
Erkrankungen.
Psychosomatik
Die Psychosomatik ist eine medizinisch-psychologische Krankheitslehre,
die davon ausgeht, dass körperliche Beschwerden und Erkrankungen
ihre Ursache oft in seelischen Problemen haben. Die Psyche nutzt den
Körper als ihr Sprachrohr. Psychosomatische Erkrankungen sind solche,
bei denen psychische Faktoren auf Entstehung und Verlauf einer körperlichen
Krankheit Einfluss haben.
PTB (Glossar)
/ PTBS / Posttraumatische Belastungsstörung / PTSD
PTBS (Glossar)
/ Posttraumatische Belastungsstörung / PTSD / PTB
PTSD (Glossar)
/ Posttraumatische Belastungsstörung / PTBS / PTB
Q / R

Retraumatisierung
Erneute Traumatisierung. Meist im Zusammenhang mit dem Erleben
der Erinnerung an ein bereits erlebtes Trauma oder erneuter Konfrontation
damit. z. B. durch Flashbacks (Glossar),
Begutachtungen, Gerichtsprozesse, polizeiliche Befragungen, unsachgemäß
durchgeführte Therapien.
S

Schizophrenie
Gruppe psychotischer Störungen, die durch ausgeprägte Störungen
des Denkens, der Gefühle und des Verhaltens gekennzeichnet ist.
Denkstörungen, bei denen zwischen den Gedanken kein logischer Zusammenhang
besteht, fehlerhafte Wahrnehmung und Aufmerksamkeit; bizarre Störungen
der Bewegung; Beeinträchtigung der Verbindung zwischen Wahrnehmung
und Gefühlen, was zu wenig intensiven, unangemessenen, doppeldeutigen
oder labilen Gefühlen führt; verminderte Toleranz für
Belastungen aus zwischenmenschlichen Beziehungen, was dazu führt,
dass sich der Patient von anderen Menschen und der Realität häufig
in ein Phantasieleben von Wahnvorstellungen (Glossar)
und Halluzinationen (Glossar)
zurückzieht (Davison
& Neale, 1988, S.801).
Schutzfaktor
Eigenschaft einer Person oder einer Situation, die verhindert, dass
jemand körperlich oder seelisch krank wird. Einer der wichtigsten Schutzfaktoren
für die seelische Gesundheit ist die soziale Unterstützung, d.h. je
mehr Freunde, Familienangehörige, Arbeitskollegen, usw. einen unterstützen,
desto seltener hat man langfristige Probleme nach einer schwierigen
Lebenserfahrung.
Schwere der Posttraumatischen
Belastungsstörung
Die Schwere der Postraumatischen Belastungsstörung (Glossar)
wird in der Regel berechnet, in dem man das Ausmaß der einzelnen
Symptome aufaddiert. Das heißt, je mehr verschiedene Symptome von einer
Person genannt werden und je häufiger diese Beschwerden erlebt werden,
desto "schwerer" die PTBS.
Somatisierung
Der Übergang psychischer Konflikte in eine Organerkrankung (z.B.:
Man bekommt ein Magengeschwür, weil man sich oft sehr ärgert
und keine Möglichkeit hat, diesen Ärger los zu werden).
Somatoforme
Störungen
Störungen bei denen körperliche Symptome eine körperliche
Krankheit nahelegen, für die jedoch keine Ursache zu finden ist.
Es wird daher angenommen, dass diese Störungen in Verbindung mit
psychischen Konflikten und Bedürfnissen stehen, aber nicht willentlicher
Kontrolle unterliegen (Davison
& Neale, 1988, S.802).
Stabilisierungsverfahren
sind psychotherapeutische Verfahren, die Betroffene darin
unterstützen sollen, im Alltag mit ihren (Link à) Symptomen
umzugehen. Eingesetzte Verfahren sind z.B. (Link à) imaginative
Techniken oder Entspannungsverfahren (z.B. Link à Autogenes Training
oder Link à Progressive Muskelentspannung)
Stressreaktion, körperlich
Bei Auftreten einer Belastung kommt es zu einem phasenhaften Verlauf
mit Alarmreaktion und Kampf-Flucht-Tendenzen (1), Widerstandsstadium
(2) und Erschöpfungsstadium (3).
in Phase (1) wird der Teil des Nervensystems (Glossar)
aktiviert, welcher den Körper auf Kampf oder Flucht vorbereitet.
Ebenso werden Stresshormone (Glossar)
ausgeschüttet. Dies versetzt den Körper in Alarmbereitschaft.
In Phase (2) unternimmt der Körper alles um die Belastung zu kompensieren.
In Phase (3) kommt es zum Abklingen der Alarmreaktion und einem generellen
Erschöpfungszustand mit unter anderem Schwächung des Immunsystems
(Glossar) und Wundheilungsstörungen.
Subsyndromale PTBS
/ PTB / PTSD (Glossar)
Eine einheitliche Definition für die subsyndromale PTBS gibt es bisher
nicht, allerdings findet sich bei Blanchard
et al. (1995) eine klare Auslegung des Konzepts. Demnach
wird von einer subsyndromalen PTBS gesprochen, wenn außer dem Trauma-
und dem Zeit-Kriterium das Kriterium für die Wiedererlebenssymptomatik
sowie zusätzlich entweder das Kriterium für das Vermeidungsverhalten
oder das Kriterium für das erhöhte Erregungsniveau erfüllt sind.
Supervision
Meistens werden darunter von einem Psychologen moderierte Gespräche
in Kleingruppen verstanden, die dazu dienen, die psychische Gesundheit
zu erhalten.
Synchronisation
der beiden Gehirnhälften
Es scheint, dass nach traumatischen Ereignissen die beiden
Gehirnhälften nicht mehr zusammen arbeiten können (Neumann,
2005). D.h. die Informationen der rechten Hälfte stehen
der linken nur bedingt oder gar nicht zur Verfügung und umgekehrt.
Synchronisation meint, dass beiden Hemisphären (Glossar) wieder
die Information der jeweils anderen Hemisphäre zur Verfügung
stehen.
T

Taktile Reize
Dargebotenen Reize, die gespürt werden können,
wie z.B. ein Antippen mit dem Finger, kneifen, Berührungen im Allgemeinen.
Reize, die über die Haut wahrgenommen werden.
Trait
Ein relativ konstanter Wesenszug, Charakterzug, Eigenschaft einer Person.
Trauma
Psychische Traumatisierung lässt sich definieren als unangenehmer
Spannungszustand zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen
Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit
und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung
von Selbst- und Weltverständnis bewirkt (Fischer
& Riedesser, 1998). Der Begriff "Trauma" ist
dabei eine nachträgliche Beschreibung einer psychologischen Krise,
wenn diese dysfunktional gelöst bzw. verarbeitet wurde. Manche
Ereignisse, wie z.B. Folter, sind für nahezu alle Personen traumatisch,
aber die meisten Ereignisse kann man erst im Nachhinein so bezeichnen,
wenn man sich die Folgen für den Einzelnen anschaut.
Als Mehrzahl können die Begriffe "Traumata" und "Traumen"
verwendet werden.
Traumata
Mehrzahl von "Trauma" (Glossar).
Traumen
Mehrzahl von "Trauma" (Glossar).
Trigger
Reiz, der als Traumafolgeerscheinungen Intrusionen (Glossar)
und insbesondere Flashbacks (Glossar)
auslöst. Das kann ein Duft sein, eine bestimmte Melodie, das Aussehen
einer anderen Person oder irgend ein anderer Sinneseindruck, der einen
an eine Situation in der Vergangenheit erinnert. Traumatisierte Menschen
wissen meist, welche Trigger bei ihnen selbst unangenehme Erinnerungen
auslösen und versuchen sie, so weit es geht, zu meiden.
U / V

Untersuchung,
Längsschnitt
Untersuchung derselben Untersuchungseinheiten mit den selben (oder wenigstens
entsprechenden) Mitteln zu verschiedenen Zeitpunkten. Eine typische
Längsschnittstudie wäre z.B. die Untersuchung traumatisierter
ehemaliger KZ-Häftlinge in 5 Jahresabständen mittels eines
Symptom-Fragebogens.
Untersuchung,
Querschnitt
Untersuchung mehrerer Untersuchungseinheiten zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Eine typische Querschnittstudie wäre z.B. die Untersuchung traumatisierter
Personen 4 Wochen nach dem ICE-Unglück in Eschede bzgl. deren Symptomatik.
Valide
Bedeutet gültig, "wissenschaftlich bestätigt".
Verhaltenstherapie
Anwendung der Erkenntnisse aus der experimentell begründeten Psychologie
in der Psychotherapie. Dazu gehören Lernpsychologie, Wahrnehmungspsychologie,
Sozialpsychologie und Physiologische Psychotherapie. (Dorsch,
1987)
Vermeidungsverhalten
Verhalten, das einem dabei hilft, bestimmten Reizen (z.B. Orten, Menschen,
Situationen) nicht mehr zu begegnen. Beispiele: Wenn jemand einen Autounfall
hatte, kann es sein, dass er vermeidet, wieder in ein Auto zu steigen.
Ein Frau, die vergewaltigt wurde vermeidet es vielleicht, bestimmte
Wege zu benutzen. Jemand, der einmal von einem Hund gebissen wurde,
wechselt die Strassenseite, wenn ihm ein Hund entgegen kommt.
Vulnerabilität
Psychische Verletzbarkeit
W 

Wahn
Eine Überzeugung, die im Gegensatz zur Realität steht und
trotz Beweis des Gegenteils unverrückbar beibehalten wird.
Wahn, Beeinflussungs-
Überzeugung, dass man durch eine äußere Kraft, z.B.
Radar, Fernsehen oder außerirdische Wesen manipuliert wird.
Wahn, Größen-
Überzeugung, dass man eine besonders wichtige oder mächtige
Person ist.
Wahn, Verfolgungs-
Überzeugung, dass man von anderen verfolgt oder bedrängt wird
(Davison & Neale,
1988, S.805).
X / Y / Z

Zwang
Unwiderstehlicher Drang, eine irrationale Handlung oder einen Gedanken
immer von neuem zu wiederholen. Z.B. kann es sein, dass jemand, der
unter Waschzwang leidet, immer wieder seine Hände wäscht,
obwohl sie schon seit langem sauber sind (Davison
& Neale, 1988, S.805).
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