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Habituation

Bezeichnet die Gewöhnung an einen Reiz. Ein Reiz, der normalerweise eine bestimmte Reaktion auslöst, wird so lange präsentiert, bis diese Reaktion nicht mehr auftritt. So ist zum Beispiel eine normale Reaktion von Pferden, dass sie bei einem lauten Geräusch erschrecken, sich aufbäumen oder durchgehen. Die Pferde, die beim Kölner Karnevalsumzug teilnehmen sollen, werden deshalb schon lange vorher mit lauter Musik und dem Knallen von Feuerwerkskörpern vertraut gemacht. Die ursprünglich unwillkürliche Reaktion wird also durch die Habituation unterdrückt. Beim Menschen findet Habituation in verschiedenen Situationen ebenfalls statt. Zum Beispiel muss man sich als Ärztin oder Krankenpfleger an den Anblick von Blut und Wunden gewöhnen. Die ursprüngliche Reaktion (Schreck oder Ekel) verringert sich bei jedem Kontakt mit einem Patienten, bis sie nicht mehr auftritt.
Eine absichtlich herbeigeführte Habituation wird besonders in der Verhaltenstherapie (Glossar) zum Beispiel bei der Behandlung von Angststörungen, eingesetzt. Habituation wird hier meist so verstanden, dass eine Angstreaktion sich nur bis zu einem begrenzten Grad aufbauen und eine bestimmte Zeitdauer anhalten kann. Danach ist der Betroffene rein körperlich nicht mehr in der Lage, die starke Erregung weiter aufrechtzuerhalten und die Angst nimmt von selbst ab. Schaffen es die Klienten in der Therapie, so lange in der angstauslösenden Situation zu bleiben, bis dieser Punkt erreicht ist, können sie lernen, dass sich ihre übersteigerten Befürchtungen (z. B. "ich werde herunterfallen und sterben, wenn ich auf diesen hohen Turm steige.") nicht bewahrheiten - ihre Angst also unbegründet ist.

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