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Du hättest leben können

Besprechung von Cand. Dipl.-Psych. Susanne Kößler, Konstanz, 2003

Es ist ein besonderer Tag im April. Mamas Geburtstag. Die kleine Jule hat ihr Geschenk noch in der Schule. Die 7-jährige möchte es am Nachmittag überreichen. Wie immer macht sie sich auf den Weg, doch beim Spielen mit den Schulfreunden gibt es einen Unfall. Jule wird am Kopf verletzt. Die schnell herbeigerufenen Notärztin meint, ein Schädel-Hirn-Trauma festzustellen. In der Hektik mach sie einen schwerwiegenden Fehler. Sie intubiert falsch, steckt den Beatmungsschlauch statt in Jules Luft- in deren Speiseröhre. Jule stirbt.

Stefanie Bachstein, Jules Mutter, schildert in ihrem Buch "Du hättest leben können" bewegend den Umgang mit der Nachricht vom Tod ihrer Tochter und den Jahren danach. Immer wieder erlebt sie Rückschläge, wird ständig neu mit dem traumatischen Ereignis konfrontiert und weiß trotzdem für sich, dass sie den Schmerz zulassen muss, damit er irgendwann einmal erträglicher wird, dass sie der Wahrheit offen, ohne Schnörkel und Verschleierung ins Gesicht sehen muss, um sie annehmen zu können.

Unterstützt von Familien und Freunden leistet Stefanie Bachstein Trauerarbeit. Sie eckt an, bei Medien, Politikern, dem Arbeitgeber der Notärztin und stellt sich dem zermürbenden Kampf mit der Arzthaftpflichtversicherung. Dabei hat sie nur ein Ziel: Dass aus dem Tod ihrer Tochter Gutes erwächst...

Bachstein, Stefanie (2002). Du hättest leben können. Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe

 


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