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| Maya mein Mädchen |
| Besprechung
von Cand. Dipl.-Psych. Vera Gailing, Konstanz, 2006
"Bevor ich gehe, sehe ich in den Spiegel. Kann ich mich sehen?
Nein, ich sehe mich nicht, der Spiegel ist zersplittert. Die Splitter
sind unwiderruflich voneinander getrennt, nichts wird sie mehr zu einem
Spiegel machen. Ich werde die Splitter anschauen müssen."
(S.107) Es fiel mit schwer, die geschilderten Maßnahmen des Psychiaters und des Personals in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie, zu glauben, so krass und am Problem vorbei erschienen mir die Methoden. Doch damit hat die Autorin es geschafft, mich aufzurütteln und für dieses Thema sensibel zu machen. Besonders gelungen finde ich die Gespräche mit Herrn Z., eine Figur, die Maya erschafft, um sich davor zu schützen, den Konflikt zwischen sich selbst annehmen oder verachten und zwischen Selbstanspruch und Versagensangst nicht in ihren Inneren austragen zu müssen. Gyde Callesens Roman ist nicht nur äußerst spannend geschrieben, die Autorin schafft es auch, den Leser die Zerrissenheit und innere Übelkeit fühlen, ja sogar körperlich spüren zu lassen, so dass es beinahe unerträglich erscheint, das innere Elend mitzuerleben und man doch nicht aufhören kann, weiterzulesen. Callesen, Gyde (2003). Maya mein Mädchen. Schweinfurt: Wiesenburg.
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