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Besprechung von Dipl.-Psych. Stefanie Rösch, Konstanz, 2007
Das leicht zu lesende Buch ist in 5 Teile gegliedert:
Teil 1 beschäftigt sich mit der Annäherung an die Depression.
Es geht darum, gängige Vorstellungen von der Depression zu hinterfragen
und anhand von Fallbeispielen aufzuzeigen, dass sich hinter der Depression
ein kognitives Überforderungsmuster versteckt, das oftmals übersehen
wird und umso länger wirken kann.
In Teil 2 geht es um die Entstehung dieses Überforderungsmusters.
Es werden verschiedene familiäre Konstellationen beschrieben, durch
die beim Kind eine ständige Überforderung entsteht, auf die
es emotional und kognitiv reagieren muss. Teil 3 schildert die Grundlegung
des depressiven Verhaltens. Welche Reaktionen des betroffenen Kindes
führen zur Entwicklung depressiver Denkmuster? Wie genau wird zu
diesem Zeitpunkt der Grundstein für eine spätere Depression
gelegt?
Teil 4 erläutert dann das Verhalten im Erwachsenenalter. Was ist
für das Umfeld sichtbar bevor es zum großen Zusammenbruch
kommt und was nicht? Worin bestehen typische Symptome der Depression?
Was macht eine Depression so heimtückisch für die Betroffenen?
Und worin unterscheiden sich latente und manifeste Depression?
Im Teil 5 schließlich geht es darum zu erkennen und zu verändern.
Nur kurz aber sehr klar schildert der Autor hier den Weg aus der Überforderung,
aus der Depression. Dabei hält er eine therapeutische Unterstützung
für sinnvoll, meist notwendig, da der Veränderungsprozess
von vielen Tiefen und Durststrecken gekennzeichnet ist, die Betroffene
nur schwerlich allein gehen können. Hier braucht es jemanden, der
immer wieder Mut zuspricht und an die Veränderung glaubt.
Josef Giger-Bütler hat ein anschauliches Buch über das Wesen
der Depression geschrieben, das sowohl für Therapeuten wie auch
Laien gleichermaßen geeignet ist. Seine Sprache ist einfach und
klar und man merkt dem buch die große therapeutische und Lebenserfahrung
des Autors an.
Für alle, die sich mit dem Thema Überforderung und Depression
beschäftigen wollen, eine Lektüre, die so manchen Aha-Moment
fördert. Besonders gefallen hat mir die wertschätzende Haltung,
in der das Buch geschrieben ist. Es geht nicht darum, die Schuld zu
suchen, sondern Erkenntnis darüber zu erlangen, woher die Muster
kommen, um sie anschließend erkennen und verändern zu können.
Giger-Bütler, Josef (2003). "Sie haben es doch gut
gemeint": Depression und Familie. Weinheim: Beltz.
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