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Besprechung von Dipl.-Psych. Sandra Voss, Konstanz, 2005 "Ich existierte einfach nur. Nun wird alles in Frage gestellt und über den Haufen geworfen. Ich muss mich neu orientieren, meine Grenzen kennen lernen, sie definieren, den zwischenmenschlichen Kontakt neu regeln und vieles mehr." Ausgelöst durch das Gespräch mit einer Freundin kommt der Tag an dem Didi mit ihrer eigenen verdrängten Vergangenheit konfrontiert wird. Mit einer Vergangenheit geprägt durch Demütigungen und sexuellen Missbrauch. Um mit dem Unfassbaren zu überleben, spaltet sie als kleines Kind einen Teil ihrer Persönlichkeit von sich ab. Dieser Teil, ihre Beobachterin, hilft ihr nun im Nachhinein ihre Vergangenheit Stück für Stück zu erinnern und aufzuarbeiten. Die erlebnisnahe Sprache der Autorin ermöglicht es dem Leser von Anfang an, in die Gefühlswelt von Didi einzutauchen. Die genauen Beschreibungen ihrer Gedanken zu Selbstverletzungen und Magersucht, helfen ein besseres Verständnis für diese Verhaltens- und Überlebenstechniken zu entwickeln. Wie traumatisierend sich das in der Vergangenheit Erlebte auf Didis späteres Leben auswirkt kann dadurch erahnt werden, dass jahrelange ambulante Psychotherapie und ein längerer Klinikaufenthalt nicht ausreichen, um ihre Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Es lässt auch die ungeheure Kraft nur erahnen, die Didi benötigt, um sich nicht von Rückschlägen entmutigen zu lassen. Deutlich zeigt die Autorin auf, wie wesentlich die Unterstützung durch nahestehende Personen ist und wie wertvoll professionelle Helfer sind, die sich mit viel Geduld ehrlich und kontinuierlich auf die Betroffenen einlassen. Lindewald, Didi (2005). Schritte zurück ins Leben. Gelnhausen: Wagner Verlag
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