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| Traumata: Der Vietenamkrieg |
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1956 weigerte sich Süd-Vietnam, die auf der Genfer Indochina-Konferenz vorgesehene Volksabstimmung über die Wiedervereinigung mit Nord-Vietnam durchzuführen. Dies führte ab 1957 zu einer zunehmenden Guerillatätigkeit in Süd-Vietnam durch die Vietkong bis zur Ausweitung zum Bürgerkrieg. Ab 1961 griff die USA durch die Entsendung von Militärberatern und von Nord-Vietnam durch reguläre Verbände ein. Nach einer starken Ausweitung des Krieges zogen sich die amerikanischen Truppen und ihre Verbündeten 1969 stufenweise zurück. 1972 kam es zu einem Waffenstillstandsabkommen, jedoch ging der Bürgerkrieg weiter bis zur vollständigen Eroberung Süd-Vietnams (30.4.1975 Kapitulation Saigons) (Knaurs Lexikon). Auf dieser Seite finden Sie zu folgenden Fragen Informationen: Wie häufig ist eine Posttraumatische
Belastungsstörung (Epidemiologie)? Häufigkeit von Stressreaktionen (Epidemiologie (Glossar)) Goldberg und andere (1990)
konnten den geringen Einfluss der Erbanlagen bei der Entwicklung einer
PTBS (Glossar)
aufzeigen. Jeder zwanzigste Soldat,der nicht in Südost-Asien diente,
entwickelte eine PTBS. Bei denen, die dort dienten, traf es jeden sechsten.
Der Unterschied zwischen den Raten ist größer bei denen, die eine hohe
Gefechtsintensität in Vietnam erlebt haben. Jedoch haben auch Soldaten
ohne Kampfhandlungen, die in Vietnam waren, häufiger eine PTBS.
Die Vietnam Experience-Studie (VES) (Centers
for Disease Control Vietnam Experience Study, 1988) wurde
vom amerikanischen Kongress ins Leben gerufen. Sie zeigte, dass Vietnam-Veteranen
häufiger unter psychischen Problemen leiden als andere Veteranen aus
dieser Zeit. Es handelt sich dabei vor allem um folgende Störungen:
Im Gegensatz zu anderen
Studien jedoch fand sich bei der VES-Studie ein ähnliches gesellschaftliches
Funktionieren in beiden Gruppen: Es gab keine erhöhten Scheidungsraten
in der Vietnam-Gruppe. 9 von 10 waren in beiden Gruppen generell zufrieden
mit dem Familienleben. Ebenso waren in beiden Gruppen 9 von 10 der untersuchten
Personen zum Zeitpunkt der Studie in irgendeiner Art und Weise in entlohnter
Beschäftigung.
Bezieht man die subsyndromale
PTBS (Glossar)
in die Betrachtung mit ein, so hat jeder vierte Vietnam-Veteran eine
PTBS. Welche Faktoren verhindern bzw. begünstigen Stressreaktionen (Glossar) (Ätiologie (Glossar))? Effekte der Heimkehrerfahrung Bei Vietnam-Veteranen fanden sowohl Butler und Kollegen (1988), als auch Foy und Kollegen (1987) heraus, dass häufiger PTBS (Glossar) auftritt, wenn das soziale Umfeld ablehnend auf den Heimkehrer reagiert. Dasselbe kam bei britischen Falkland-Veteranen heraus, bei denen PTBS mit emotionalen Schwierigkeiten in der frühen Heimkehr-Phase einherging (O'Brien & Hughes, 1991). Die Heimkehr-Erfahrung wirkt sich sowohl auf der Makro- (Gesellschaft) wie auf der Mikro-Ebene (Familie) aus. Soziale Unterstützung Eine Studie mit Vietnam-Veteranen (Stretch, 1986), die 1982 immer noch dienten, zeigte nicht nur, dass soziale Unterstützung im ersten Jahr mit einer niedrigeren Inzidenz (Glossar) an PTBS-Symptomen verbunden war, sondern legt nahe, dass die Prävalenz (Glossar) von PTBS bei Soldaten, die immer noch dienen, niedriger war als bei denen, welche die Armee verließen. Dabei ist anzunehmen, dass die soziale Unterstützung durch die Kameraden, die aus eigener Erfahrung Verständnis und Akzeptanz für Probleme, welche durch den Krieg verursacht sind, aufbringen, die PTBS-Symptomatik auffängt. Walker (1981) fand 1981 heraus, dass die Schwierigkeiten, die Vietnam-Veteranen in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen haben, weniger auf ihre Kriegserlebnisse als auf ihre Entfremdung von einem Land, das vom Krieg desillusioniert wurde und sie nicht länger als vollwertige Mitglieder ihrer Gesellschaft akzeptierte, attribuiert (Glossar) wurden. Erikson (1976) meint, dass viele soziale Probleme der Überlebenden genauso eine Reaktion auf den Schock, von einer bedeutungsvollen Gemeinschaft getrennt zu werden, ist, wie die Katastrophe selbst. Traumafolgen in der Familie Williams (1980)
fand in einer Studie über Frauen von Vietnam-Veteranen heraus, dass
die Hälfte der Paare, die professionelle Hilfe suchten, darüber
berichteten, dass die Frau geschlagen wurde. Im Gegensatz zu dem üblichen
Muster, bei dem sich das gewalttätige Verhalten ständig wiederholt
und auch oft steigert, berichten die Veteranen-Paare nur von ein bis
zwei extrem gewalttätigen, beängstigenden Episoden, die sich nicht wiederholten,
sondern zum Aufsuchen professioneller Hilfe führten. Oft liegt ein Dilemma
vor: Die Veteranen verlassen, um Schlimmeres zu verhindern, das Haus.
Jedoch wird ihnen dadurch auf der anderen Seite die Möglichkeit verwehrt,
Konflikte in der verbalen Auseinandersetzung zu lösen oder wenigstens
den Grund für ihren Ärger mitzuteilen. Traumafolgen im sozialen Umfeld Ein wichtiger Grund für Vietnam-Veteranen für ihren sozialen Rückzug ist Misstrauen. Dieses Misstrauen kann von verschiedenen Dingen herrühren:
Kriminelles Verhalten Es scheint, dass Vietnam-Veteranen
zu einem größeren Teil als die übrige Bevölkerung wegen krimineller
Handlungen nach dem Krieg im Gefängnis waren. Aber die meisten Gefängnisaufenthalte
sind wegen Verbrechen ohne Gewalt. Wenn man die Raten mit der von jungen
Männer vergleicht, die ja generell höher liegt, ist der Anstieg nicht
sehr dramatisch.
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